The trouble with Harry – Immer Ärger mit Harry

Ein kleiner, ruhiger Ort mitten in der idyllischen Landschaft von Vermont. Fünf Häuser, ein Gemischtwarenladen mit Zapfsäule und eine Kirche. Hier kennt jeder jeden und es gibt kaum etwas dass den Frieden hier stören könnte.

Bis eines Tages eine Leiche auf einem der umliegenden Hügel auftaucht.

Denn plötzlich ist fast jeder verdächtig. Hat der ehemalige Kapitän Albert Wiles (Edmund Gwenn) den Fremden versehentlich erschossen, als er auf Hasenjagd war? Oder hat die leicht verunsicherte Ivy Gravely (Mildred Natwick) den unbekannten Mann in Notwehr erschlagen, weil dieser sie angegriffen hatte? Und woher kennt die allein erziehende Mutter Jennifer Rogers (Shirley MacLaine in ihrer ersten Filmrolle) den Toten?
Auch wenn niemand genau zu wissen scheint, wer welche Rolle bei dem Tod des Unbekannten gespielt hat, versuchen alle drei zusammen mit Hilfe des Malers Sam Marlowe (John Forsythe) den Toten so unauffällig wie möglich verschwinden zu lassen. Doch damit beginnt der Ärger mit Harry erst so richtig…

Immer Ärger mit Harry hat alle Zutaten, die man von einem Alfred Hitchcock-Film erwarten würde: Eine Leiche als zentrale Figur, eine Reihe von Verdächtigen, die ungeklärte Frage wer den Toten auf dem Gewissen hat und eine Verschwörung um die Hintergründe zu vertuschen. Anstatt aber gewohnte Thrillerkost zu servieren, wagt Hitchcock einen Ausflug ins Unterhaltsame und bringt hier seine erste Komödie auf die große Leinwand.
Die Verantwortlichen bei Universal waren zunächst wenig begeistert von der Idee, da sie fürchteten das Publikum würde von einem Hitchcock-Film eher Gänsehaut als Gelächter erwarten. Zudem stammte die Buchvorlage aus England und der schwarze Humor des Filmes sprach eher die europäischen Kinogänger und weniger die amerikanischen Zuschauer an. Hitchcock konnte sich jedoch nicht zuletzt aufgrund seiner bisherigen Erfolge durchsetzen und somit den Beweis antreten, dass er nicht nur in „seinem“ Genre großartige Filme inszenieren kann.
Kenner seiner anderen Filme werden die starke Bildsprache und Hitchcocks Vorliebe für außergewöhnliche Kameraeinstellungen wieder erkennen und natürlich bleibt auch die ein oder andere überraschende Plotwendung nicht aus. Anstatt auf dramatische Verfolgungsjagden und intrigante Gegenspieler setzt das Drehbuch aber mehr auf skurrile Entwicklungen und humorvolle Dialoge.
Die hervorragenden Darsteller tun ihr Übriges um den komödiantischen Teil hervorzuheben. Allen voran Shirley MacLaine und der damals 7-jährige Jerry Mathers (Leave It to Beaver) spielen mit einer Leichtigkeit, die den teilweise tiefschwarzen Humor erst voll zur Geltung kommen lässt.
Abgerundet wird das Ganze durch den überaus gelungenen Score von Bernard Herrmann, der hier zum ersten Mal mit Hitchcock zusammengearbeitet hat. Wie auch in seinen späteren Arbeiten u.a. bei Psycho und Der unsichtbare Dritte, schafft Herrmann es, einen unaufdringlichen, aber dennoch sehr wirkungsvollen Score in den Film zu integrieren.

Fazit: Wer Lust auf einen echten Hitchcock hat, aber nicht in der Stimmung für Thriller oder Suspense ist, wird an Immer Ärger mit Harry seine Freude haben. Wer mit schwarzem Humor nichts anfangen kann, sollte allerdings lieber die Finger davon lassen.

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