Limbo (XBox 360)

Um es gleich vorweg zu nehmen: Limbo ist die Art von Spiel, wegen der man froh ist, dieses Hobby zu haben.

Aber erstmal zur Story dieses side-scrolling Puzzle-Spiels:

Uncertain of his Sister’s Fate, a Boy enters LIMBO.

Nein, das ist jetzt nicht die Kurzfassung, sondern tatsächlich alles, was Limbo an Story zu bieten hat. Und auch das findet man nur heraus, wenn man sich die Informationsseite des Spiels auf xbox.com anschaut. Im Spiel selbst gibt es keine Story, keinen Text, keine Sprachausgabe. Kurz gesagt: Nichts, außer dem Charakter, den man lenkt und die fantastische, aber äußerst gefährliche Welt von Limbo. Selbst auf Musik wird verzichtet und dem Sound etwas anderes als Minimalismus zu attestieren, wäre eine riesige Übertreibung.
Das alles wird aber noch überboten von dem einzigartigen Art Design, in dem lediglich auf schwarz, weiß und ein paar Grautöne zurückgegriffen wird. Das Wechselspiel zwischen Licht, Schatten und Silhouetten wird hier bis zur Perfektion getrieben und verleiht dem Spiel einen Look, den man so wohl kein zweites Mal findet.

Auch Gameplay-seitig bleibt Limbo dem minimalistischen Konzept treu: Neben der – unglaublich präzisen – Bewegungssteuerung über den linken Analogstick gibt es genau zwei Interaktionsmöglichkeiten mit der Umgebung: A zum Springen und den “Action Button” B, mit dem man Objekte bewegen, Hebel ziehen und Schalter aktivieren kann.
Was Limbo dem Spieler mit diesen simplen Kontrollen aber an Koordination, Genauigkeit und Timing abverlangt, wird nur noch von der Schwierigkeit der einzelnen Puzzles übertroffen. Die Kombination aus beidem ist es dann aber, was Limbo zu einer extremen Herausforderung auch für erfahrene Gamer macht: Herauszufinden wie man das Puzzle löst und dann herauszufinden, WIE man das Puzzle löst, sind hier wirklich zwei verschiedene Dinge. Es gibt nicht wenige Momente in denen man sich fragt, wie das überhaupt möglich sein soll, was dort von einem verlangt wird. Unnötig zu erwähnen, wie groß das Erfolgserlebnis ist, wenn man wieder eine scheinbar unmögliche Passage passiert hat.

Ich kann kaum genug positives über Limbo schreiben, ohne hier den halben Spielverlauf nachzuerzählen. Aufgrund der minimalistischen Story ist aber genau das der größte Reiz und wohl auch der spannendste Teil des Spiels: Zu entdecken, in was für einer Welt man hier gelandet ist und welche bösen und brutalen Fallen hinter der nächsten Ecke lauern.

Wer sich auch nur in irgendeiner Form für Videospiele begeistern kann, der sollte – nein, der MUSS Limbo zumindest einmal anspielen.

Limbo gibt es seit gestern exklusiv über den XBox Live Marketplace für 1200 Microsoft Points (ca. 15 Euro), wo es natürlich auch die kostenlose Demo gibt.

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